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 Zwangserkrankung - Suchterkrankung
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Markus
 Dezember 17 2008 12:34  (264 Mal gelesen)  
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Mitglied seit: 08/12/08
Beiträge: 23


Zwangserkrankung zählt zu den Angsterkrankungen
Die Zwangserkrankung wird im allgemeinen zu den Angsterkrankungen gezählt. Der Grund ist, dass bei Zwängen fast immer auch irrationale Angst im Hintergrund ist.

 



Übergeordneter Begriff: Impulskontrollstörung
Der übergeordnete Begriff ist aber Impulskontrollstörung. Damit ist gemeint, dass man seinen Handlungsimpuls nicht steuern kann. Man führt also die Zwangshandlung aus. Interessanterweise ist aber auch die Sucht eine Impulskontrollstörung. Diese Perspektive, dass Zwänge eine Sucht sind, ist aber sehr wenig verbreitet.

Ich könnte mir vorstellen, dass Therapeuten eine klare Vorstellung von Sucht haben, und Zwänge eben auch ganz klar davon abgegrenzt klassifizieren. In der Tat, ich hatte mit einer promovierten Verhaltensthereapeutin gesprochen, die überhaupt nicht vertstand, wie ich bei Sucht und Zwang eine Verbindung sah, dabei existiert sie schon sprachlich. Bei einem Zwang spricht man häufig von der Sucht etwas zu tun und bei einer Sucht spricht man von einem Zwang.


 




Familien von Zwänglern als Suchtsysteme

Der weitaus interessantere Teil der Betrachtung ist aber die Tatsache, dass die Zwangserkrankung genau wie die Sucht eine Familienkrankheit ist. Niemand bleibt verschont, der Partner nicht und auch nicht die Kinder. Und auch hier findet man ganz klassische Familien, die ein typisches Suchtsystem oder sollte man sagen Impulskontrollstörugssystem, darstellen, identifizierbar über Verhalten und Begleitkrankheiten. Auch in einer typischen Alkoholikerfamilie endet das Suchtsystem ja nicht damit, dass die Sucht aufhört. D.h. Suchtfamilien und Suchtsysteme gibt es sehrwohl auch ohne aktuelle Suchterkrankung.



Insofern hilft Literatur zu Sucht und Co-Abhängigkeit ein gutes Stück weiter. In diesem Sinne empfehle ich Anne Wilson Schaef "Im Zeitalter der Sucht: Wege aus der Abhängigkeit"



 
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Miraculus
 Januar 09 2009 19:15   
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Beiträge: 13

Hallo Markus,

grundsätzlich finde ich den Gedanken interessant.

Ein gewisser Unterschied besteht aber vielleicht insofern, als daß bei der Sucht primär das "positive Gefühl" gesucht wird, während beim Zwang eher die Spannung vermieden werden soll.
Natürlich spielen sicherlich beide Gesichtspunkte oft eine Rolle, meine Aussage ist im Sinne der vorherrschenden Seite zu verstehen.

Sehr interessant wäre, ob es denn irgendwelche empirischen Zusammenhänge in Form von gemeinsamem häufigeren Auftreten in denselben Familien gibt.

Wenn ja, dann würde dies natürlich für eine gemeinsame Wurzel sprechen.

Was wohl auch eine Gemeinsamkeit darstellen könnte wäre die operante Konditionierung in beiden fällen: Es kommt durch das Verhalten (egal ob Sucht oder dem Nachgeben ggü. dem Zwnagsimpuls) zu einer Art "Belohnung".


 
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Markus
 Januar 10 2009 13:53   
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Mitglied seit: 08/12/08
Beiträge: 23

Quote by: Miraculus

Sehr interessant wäre, ob es denn irgendwelche empirischen Zusammenhänge in Form von gemeinsamem häufigeren Auftreten in denselben Familien gibt.

Ja, exakt das gibt es. Ich kann das nur als Laie schildern, aber in einer Selbsthilfegruppe aus erwachsenen Kindern von alkoholkranken Eltern fand ich, dass sicherlich 25% der TN zeitweise oder ständig mit Zwängen zu kämpfen hatten.

Zwänge scheinen maßgeblich in aussichtslosen Lagen Halt zu geben. Bei Borderlinern ist das noch mal "Faktor 10". Wenn in der Kindheit permanent nichts Verlässliches war, dann bricht eben später auch alles immer wieder weg. Zwänge sind da sogar das kleinere Übel, sie stabilisieren den Tagesverlauf eher.

Danke, dass Du auch bei Dir eher unbekannten Themen versuchst mitzuhelfen Exclaimation


 
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