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Dienstag, 07. September 2010, 21:27 Uhr


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 Multiple Sklerose
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Snoopy
 Dezember 15 2008 20:41  (314 Mal gelesen)  
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Mitglied seit: 12/12/08
Beiträge: 5

Es war April 2006, als ich ziemliche, psychische Probleme hatte, die durch meinen Arbeitsplatz ausgelöst wurden.
Diese Probleme führten dazu, dass ich ziemlich depressiv war und arbeitsunfähig geschrieben wurde.

Eine Woche später, es war ein Samstag, hatte ich plötzlich Probleme mit dem Sprechen (die ca. eine Stunde anhielten). Mit Verdacht auf Schlaganfall landete ich im Krankenhaus.
Glücklicherweise erwies sich dieser Verdacht als nicht richtig.

Es folgten in den nächsten Wochen unzählige Untersuchungen verschiedenster Art, bis ich Anfang Juli 2006 schließlich die Diagnose MS (Multiple Sklerose) erhielt.

Für mich brach eine Welt zusammen – ausgerechnet ich, die immer gesund war, soll plötzlich unheilbar krank sein? Ich konnte es nicht fassen!

Nach Verdauen des ersten Schocks habe ich mir zuerst einmal verschiedenste Literatur zu dieser Krankheit besorgt sowie viel im Internet darüber gelesen, um erst mal detailliert zu wissen, an was ich denn da überhaupt erkrankt sein soll.

MS ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das Zentralnervensystem betroffen ist. Es bilden sich meist im Gehirn und/oder im Rückenmark Entzündungsherde, die die verschiedensten neurologischen Ausfälle verursachen können wie z. B. Sehstörungen, Sensibilitäts- bzw. Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühle, Schwindel, Gangunsicherheit, Sprachstörungen, Spastiken, Lhermitte-Zeichen (unangenehmes Kribbeln im Körper beim Senken des Kopfes).
Häufig leiden MS-betroffene am sog. Fatigue-Syndrom, einer extremen Müdigkeit und Erschöpfung.
Aufgrund der verschiedenen unterschiedlichen Symptome die auftreten können, wird diese Krankheit häufig auch die „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt.

Die Krankheit, die meist schubförmig verläuft, kann bei den jeweils Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
In meiner rd. 2,5jährigen MS-Karriere scheine ich bisher Glück zu haben. Ich hatte ein paar Mal verschiedenste Sensibilitätsstörungen, zeitweise Probleme mit extremer Gangunsicherheit, die sich jedoch nach einiger Zeit immer wieder fast vollständig zurück gebildet haben.
Gegen die Gangunsicherheit brauche ich mehr oder weniger regelmäßig „kleine“ Übungen, wie z. B. einen Bordstein entlang balancieren, über unebenen Boden gehen, ab und zu mal auf den Zehenspitzen oder Hacken stehen, mal auf einem Bein stehen etc., die sich bequem in den normalen Alltag einbauen lassen. Lasse ich das mal eine Zeitlang schleifen, merke ich wieder, wie sich das langsam und schleichend verschlechtert.

Das schlimmste, das ich bisher je hatte, war einmal einige Wochen lang eine taube und gefühllose Hand, die ich zu nichts gebrauchen konnte. Natürlich war ich damit mehr oder weniger hilflos – sie hing ja nur wie tot an mir…
Ich hatte Probleme mit dieser Abhängigkeit, kam damit überhaupt nicht klar.
Ja, vielleicht kann ich es sogar so ausdrücken, dass ich mich dafür gehasst habe, dass ich fast nichts alleine ohne fremde Hilfe konnte –so sehr, dass ich selbst auf mich eingeschlagen habe – bis ich blaue Flecke hatte!

Ich würde niemals einen behinderten oder gehandicapten Menschen schlagen, wenn er irgendein Defizit hat – eher im Gegenteil! Diesem Menschen gegenüber wäre ich normalerweise besonders hilfsbereit, würde gucken, wie ich ihm am besten helfen kann, würde versuchen, tröstende Worte zu finden – kurzum, zu ihm wäre ich wesentlich liebevoller als zu anderen Menschen…
Bei mir selbst war ich das jedoch nicht – mich habe ich dafür gehasst und geprügelt.

Glücklicherweise haben sich auch die Beschwerden mit der Hand wieder fast vollkommen zurück gebildet.

Was mir an Beschwerden insgesamt noch geblieben ist, ist eine gewisse Grundmüdigkeit, die ich immer habe, mit der ich aber einigermaßen gut zurecht komme und dieses nervige Lhermitte-Zeichen, d. h. ein total unangenehmes Kribbeln wenn ich den Kopf weit nach vorne senke.

Schulmedizinisch ist MS (noch) nicht heilbar. Aber wer weiß, ob das jemals schulmedizinisch heilbar sein wird…
Mir ist im Moment keine andere Autoimmunkrankheit bekannt, die schulmedizinisch heilbar ist.

Sämtliche Autoimmunerkrankungen sind für mich mit meinem heutigen Wissen ein Schrei der Seele nach (Eigen-) Liebe.
Und meiner Meinung nach hat jeder genügend Selbstheilungskräfte in sich, um jede (angeblich nicht heilbare) Krankheit in sich selbst zu heilen – man muss es nur ernsthaft wollen und auch bereit sein, dafür an sich zu arbeiten, sich zu verändern und vor allem, sich selbst zu lieben.

Was ist „Autoimmun“ – ich übersetze es mal mit „ich zerstöre mich selbst…“

Das Einprügeln auf mich selbst hat mir ganz deutlich gezeigt, dass es für mich dringend erforderlich ist, mich näher mit dem Thema Selbstliebe zu befassen.
Leider schaffe ich es immer noch nicht so ganz, mich jederzeit uneingeschränkt zu lieben und mich nicht für alles selbst zu kritisieren, mich einfach so zu akzeptieren, wie ich bin.

Durch das Schreiben dieses Themas habe ich das jedoch hoffentlich noch mal in mir „wach gerüttelt“…



Viele Grüße Snoopy
 
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Markus
 Dezember 17 2008 12:31   
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Mitglied seit: 08/12/08
Beiträge: 23

Solche angeblich unheilbaren Erkrankungen finde ich immer spannend, vor allem wenn sie mit dem Immunsystem zusammenhängen.

Ich hatte neulich mal bei einem Informationsstand einer Selbsthilfegruppe zum Thema MS gefragt, und die sagten, dass Hypnose in dem Zusammenhang durchaus tauge.


 
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Snoopy
 Dezember 17 2008 12:39   
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Beiträge: 5

Quote by: Markus

und die sagten, dass Hypnose in dem Zusammenhang durchaus tauge.


Ja aber natürlich!
Darfst du nur keinem Neurologen erzählen - der hält Dich sonst für durchgeknallt (das hatte ich grad erst bei meinem letzten Arztbesuch vor ca. einem Monat!)


Viele Grüße Snoopy
 
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